Stromfluss und Spannungsabfall sehen
Schritt für Schritt: verstehen, vorhersagen, verändern und selbst rechnen.
01 · Bewegung und Höhenunterschied
Die bewegten Punkte zeigen die technische Stromrichtung. Sie sind keine maßstäbliche Darstellung von Elektronen. Die Spannungsbalken zeigen dagegen Potenziale gegenüber dem Rückleiter. Ein hoher Balken bedeutet nicht automatisch einen großen Strom: Dafür muss auch der Widerstand des Weges bekannt sein.
02 · Ein Widerstand verbraucht keine Ladung
Vor und hinter einem einzelnen Widerstand ohne Abzweigung fließt im stationären Fall derselbe Strom. Die Ladung verschwindet nicht. Der Widerstand wandelt Energie um; deshalb nimmt entlang der Stromrichtung das elektrische Potenzial ab. Spannung wird immer zwischen zwei Punkten gemessen.
03 · Eine Größe ändern, zwei beobachten
Erhöhe R₁ und halte die Quelle konstant. Der Gesamtstrom sinkt. Zugleich bleibt weniger Spannung für die parallelen Zweige übrig. Beobachte deshalb Strom und Spannung gleichzeitig. Wiederhole den Versuch mit R₂: Jetzt verändert sich zusätzlich die Aufteilung zwischen den Zweigen.
04 · Das Messgerät gehört zur Schaltung
Ein ideales Voltmeter belastet die Schaltung nicht. Ein reales Messgerät hat einen Eingangswiderstand. An hochohmigen Teilern kann dadurch eine andere Spannung entstehen. Ein Strommesser muss in den Stromweg eingefügt werden; parallel an die Quelle angeschlossen bildet er einen gefährlich niederohmigen Zweig.
Werkstattfazit
Frage nicht nur „Wie viel Volt?“, sondern immer „Zwischen welchen Punkten?“. Und bei Strom: „Durch welchen Zweig?“.
Selbst rechnen · Lösungen aufklappen
Notiere zuerst deine Vermutung, danach deine Rechnung. Öffne die Lösung erst zum Vergleichen.
01 · Eine ideale 6-V-Quelle speist 300 Ω. Markiere die technische Stromrichtung und berechne I.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Außerhalb der Quelle: von Plus nach Minus.
- Spannung durch Widerstand teilen.
- I = 20 mA.
02 · Wandle 0,004 A in mA und 4,7 kΩ in Ω um. Warum helfen gleiche Einheiten?
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Milli bedeutet ein Tausendstel: 4 mA.
- Kilo bedeutet tausend: 4700 Ω.
- Einheiten vor dem Einsetzen vereinheitlichen.
03 · An 470 Ω liegen 9 V. Berechne Strom und Verlustleistung. Reicht 0,125 W?
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- I = 9/470 = 19,15 mA.
- P = 81/470 = 0,172 W.
- 0,125 W reicht nicht; Belastbarkeit mit Reserve wählen.
04 · 220 Ω und 330 Ω liegen in Reihe an 11 V. Bestimme Gesamtwiderstand und Strom.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Reihenwiderstände addieren: 550 Ω.
- Durch beide fließt derselbe Strom.
- 11 V / 550 Ω = 20 mA.
05 · Nutze die vorige Reihenschaltung. Berechne beide Spannungsabfälle und prüfe die Summe.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- I = 20 mA.
- U1 = 0,02 · 220 = 4,4 V; U2 = 6,6 V.
- 4,4 V + 6,6 V = 11 V.
06 · Zwei 1-kΩ-Widerstände liegen parallel. Berechne den Ersatzwiderstand.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Beide Zweige besitzen gleiche Spannung.
- Bei gleichen Widerständen halbiert sich der Ersatzwert.
- Ergebnis: 500 Ω.
07 · 300 Ω und 600 Ω liegen parallel an 6 V. Berechne beide Zweigströme und den Gesamtstrom.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- I1 = 20 mA; I2 = 10 mA.
- Am Knoten addieren sich die Ströme.
- Gesamtstrom: 30 mA.
08 · Prüfe ohne Rechnung: Kann der Ersatzwiderstand aus 300 Ω parallel 600 Ω größer als 300 Ω sein? Begründe.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Nein.
- Der zweite Zweig ermöglicht zusätzlichen Strom bei gleicher Spannung.
- Der Ersatzwiderstand ist kleiner als der kleinste Einzelwiderstand.
09 · Gemischt: R1 = 100 Ω in Reihe mit R2 = 300 Ω parallel R3 = 600 Ω, Quelle 12 V. Bestimme Rges.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Zuerst die Parallelgruppe ersetzen: 200 Ω.
- Dann R1 addieren.
- Rges = 300 Ω.
10 · Nutze die gemischte Schaltung aus Aufgabe 9. Bestimme Gesamtstrom und Spannung der Parallelgruppe.
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- Iges = 12/300 = 40 mA.
- U1 = 0,04 · 100 = 4 V.
- An R2 und R3 liegen jeweils 8 V.
11 · Berechne für Aufgabe 9 beide Zweigströme. Prüfe die Knotenregel.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- I2 = 8/300 = 26,67 mA.
- I3 = 8/600 = 13,33 mA.
- Summe = 40 mA = Gesamtstrom.
12 · R3 aus Aufgabe 9 wird unterbrochen. Bestimme den neuen Gesamtstrom.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Nur R1 und R2 bleiben als Strompfad.
- Rges = 100 + 300 = 400 Ω.
- Iges = 30 mA; Strom sinkt.
13 · R3 aus Aufgabe 9 wird ideal kurzgeschlossen. Welche Spannung hat R2, welchen Strom die Quelle?
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Die Parallelgruppe wird überbrückt.
- U2 = 0 V und I2 = 0 A.
- Nur R1 begrenzt: Iges = 120 mA.
14 · Spannungsteiler: R1 = 2 kΩ oben, R2 = 3 kΩ unten, Eingang 10 V. Ausgang über R2, unbelastet. Berechne Uaus.
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- Gesamtwiderstand: 5 kΩ.
- Strom: 2 mA.
- Spannung über R2: 6 V.
15 · Belaste den Teiler aus Aufgabe 14 mit 3 kΩ parallel zu R2. Berechne den neuen Ausgang.
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- R2 parallel Last = 1,5 kΩ.
- Gesamtwiderstand: 3,5 kΩ.
- Uaus = 10 · 1,5/3,5 = 4,286 V.
16 · Ein Teiler soll unbelastet aus 12 V genau 3 V machen. Wähle R2 = 1 kΩ. Berechne R1.
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- Ausgang ist ein Viertel des Eingangs.
- Gesamtwiderstand muss viermal R2 sein.
- R1 = 4 kΩ - 1 kΩ = 3 kΩ.
17 · An 8 Ω liegen 4 V Gleichspannung. Berechne P. Was passiert bei 8 V?
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- Bei 4 V: P = 16/8 = 2 W.
- Bei 8 V: P = 64/8 = 8 W.
- Doppelte Spannung bedeutet vierfache Leistung.
18 · Ein 1-kΩ-Widerstand hat ±5 % Toleranz. Berechne minimalen und maximalen Strom an idealen 5 V.
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- Rmin = 950 Ω, Rmax = 1050 Ω.
- Imin nutzt Rmax: 4,762 mA.
- Imax nutzt Rmin: 5,263 mA.
19 · Wie schließt du ein ideales Amperemeter und Voltmeter an einem Widerstand an? Erkläre den Kurzschlussfehler.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Amperemeter in Reihe in den Strompfad.
- Voltmeter parallel über den Widerstand.
- Amperemeter parallel zur Quelle schließt diese nahezu kurz.
20 · Prüfe die Leistungsbilanz von Aufgabe 9: Quellenleistung und drei Widerstandsleistungen.
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- Quelle: 12 · 0,04 = 0,48 W.
- R1: 0,16 W; R2: 64/300 = 0,2133 W; R3: 64/600 = 0,1067 W.
- Summe = 0,48 W.
Quellen zum Vertiefen
Eigene Lehrmodelle und selbst erstellte Aufgaben. Die Quellen liefern fachlichen Hintergrund; es werden keine Hersteller-Messkurven übernommen.