Für den Tiefbass im Kellerkino wollte ich keine weitere Großbox in den Raum stellen. Hinter einer Seitenwand befindet sich jedoch ein angrenzender Kellerbereich mit ungefähr 32.000 Litern Volumen. Damit bot sich ein Infinite-Baffle-Aufbau praktisch an.

Verbaut wurden vier GRS 15PF-8 mit jeweils 15 Zoll Durchmesser. Die Chassis sitzen übereinander in einer gemeinsamen Schallwand und strahlen direkt in den Kinoraum. Ihre Rückseiten arbeiten in den Nebenraum, der damit das komplette Rückvolumen übernimmt.

Ausgangslage: Tiefbass ohne Großgehäuse

Ein klassischer Subwoofer mit vier 15-Zoll-Chassis hätte ein entsprechend großes Gehäuse benötigt. Im Kellerkino wäre damit wertvolle Fläche verloren gegangen. Der vorhandene Nebenraum löst dieses Problem auf eine ungewöhnlich einfache Weise: Er wird selbst zum Gehäuse.

Das Prinzip ähnelt einem sehr großen geschlossenen Gehäuse. Entscheidend ist, dass Vorder- und Rückseite der Membranen akustisch zuverlässig voneinander getrennt bleiben. Die Wand wird dadurch nicht nur zur Halterung, sondern zum zentralen Bauteil des Systems.

01Der Ausgangszustand: Hinter dieser unauffälligen Trockenbauwand liegt der spätere Rückraum.

Die Wand wird zur Schallwand

Im ersten Schritt wurde die bestehende Trockenbauwand an der vorgesehenen Stelle geöffnet. Dahinter liegt der Bereich, der später als Rückkammer dient. Die Öffnung zeigt zugleich, warum sich der Standort gut eignet: Der Nebenraum beginnt direkt hinter der sichtbaren Kinowand.

02Nach dem Öffnen wird der dahinterliegende Kellerraum sichtbar.
03Vier 15-Zoll-Chassis bilden später das vertikale Array.
Wichtig beim Infinite-Baffle-PrinzipDie Schallwand muss steif und rund um die Chassis möglichst luftdicht ausgeführt werden. Jede größere Verbindung zwischen Vorder- und Rückseite reduziert die akustische Trennung.

Vier Ausschnitte, eine schmale Konstruktion

Die vier Chassis wurden vertikal übereinander angeordnet. Das nutzt die vorhandene Wandfläche besser als eine 2×2-Anordnung und hält die Konstruktion schmal. Die Ausschnitte entstanden zunächst in der rohen Platte; anschließend wurde die Schallwand an ihrem Einbauort angepasst.

04Die rohe Schallwand mit vier übereinanderliegenden Ausschnitten.
05Vorbereitung der Platte vor der eigentlichen Montage.

Vor dem Einbau wurden alle vier Treiber ausgelegt und probeweise positioniert. Erst dabei wird die Gesamtgröße des Arrays wirklich deutlich: Die verfügbare Membranfläche ist erheblich, obwohl im Kinoraum kein klassisches Subwoofergehäuse steht.

06Vier GRS 15PF-8 vor dem Einbau.
07Probeliegen: Abstände und Einbaurichtung werden kontrolliert.

Einbau in die Seitenwand

Nach dem Probeliegen wanderte die Schallwand an ihren endgültigen Platz. In diesem Stadium war der Aufbau rein funktional: rohe Oberfläche, sichtbare Befestigungen und die vier Chassis als vertikale Reihe. Entscheidend war zunächst, dass die Konstruktion mechanisch stabil sitzt und die beiden Raumseiten trennt.

08Die Rohmontage: technisch bereits funktionsfähig, optisch noch Baustelle.

Antrieb mit der Behringer NX1000D

Die vier Treiber werden von einer Behringer NX1000D angetrieben. Die Endstufe läuft in diesem Aufbau im Bridge-Betrieb. Das Eingangssignal liegt ausschließlich an Input A an; der Lautsprecheranschluss erfolgt über Output A.

Speakon Output A1+ = Plus
2+ = Minus
Treiber-VerschaltungJe zwei 8-Ω-Treiber in Reihe, beide Reihen parallel: 8 Ω Gesamtimpedanz.

Der integrierte DSP übernimmt Filterung, Entzerrung und Schutz. Gerade bei einer Infinite Baffle ist ein sinnvoll gesetzter Hochpass wichtig: Es gibt keine Bassreflexabstimmung, die den Membranhub um eine Abstimmfrequenz reduziert. PEQ und Limiter erlauben anschließend die kontrollierte Anpassung an Raum und Belastbarkeit.

Bridge-Anschluss nicht mit Stereo verwechselnIm Bridge-Modus wird an Output A über 1+ und 2+ angeschlossen. Die übliche Belegung 1+ und 1− gilt hier nicht.

Vom Rohbau zur fertigen Kinowand

Nach der technischen Fertigstellung bekam die sichtbare Schallwand ein dunkles Holzfurnier. Dieser Schritt verändert den Charakter des Aufbaus deutlich: Aus der rohen MDF-Konstruktion wird ein bewusst integriertes Element. Die vier schwarzen Membranen bleiben sichtbar und bilden einen ruhigen Kontrast zur Holzoberfläche.

09Das dunkle Furnier wird auf die sichtbare Fläche aufgebracht.

Wie verhält sich das System im Betrieb?

Die Infinite Baffle spielt sehr tief und unaufdringlich. Genau dieser souveräne Tiefbasscharakter war einer der Hauptgründe für die Entscheidung zugunsten dieses Prinzips. Das Entwicklungsziel lag im Bereich von ungefähr 15 bis 18 Hz; der tatsächliche Verlauf am Hörplatz hängt jedoch stark von Raummoden, Hörposition und DSP-Abstimmung ab.

Im praktischen Betrieb zeigte sich außerdem: Die IB-Wand sitzt relativ weit vom Hörplatz entfernt. Dadurch wirkt der Pegel oberhalb des absoluten Tiefstbasses subjektiv weniger massiv, als vier 15-Zöller zunächst vermuten lassen.

Die Infinite Baffle bleibt. Für mehr Reserven oberhalb des Tiefstbasses ist künftig aber zusätzliche Unterstützung denkbar.

Aktuell steht deshalb ein ergänzender großer Bassreflex-Subwoofer mit zwei 18-Zoll-Treibern zur Diskussion. Er soll die IB nicht ersetzen, sondern ihren sehr tiefen Arbeitsbereich um mehr Pegel darüber ergänzen.

Technische Daten des Aufbaus

PrinzipInfinite Baffle
Treiber4 × GRS 15PF-8
Nennimpedanz je Treiber8 Ω
Gesamtimpedanz8 Ω, Reihen-/Parallelschaltung
Rückvolumenca. 32.000 l
EndstufeBehringer NX1000D
BetriebsartBridge
EingangInput A
AusgangOutput A, Speakon 1+ / 2+
DSP-FunktionenHochpass, Tiefpass, PEQ, Limiter
Zielbereichca. 15–18 Hz
StatusFertig und in Betrieb
Aktueller Stand

Kapitel 1 ist abgeschlossen

Die vier GRS 15PF-8 sitzen fertig in der furnierten Wand; der angrenzende Kellerraum dient als rund 32.000 Liter großes Rückvolumen. Damit ist die eigentliche Infinite-Baffle-Konstruktion abgeschlossen.

10Der fertige Zustand: links das 4×15-Zoll-Array, daneben die akustisch behandelte Wand des Kellerkinos.