Das Bild im Kopf
Ein Lineal mit groben Strichen kann kleine Unterschiede nicht auflösen. Mehr ADC-Bits sind wie feinere Teilstriche. Ein schiefes Lineal bleibt aber trotz vieler Striche ungenau: Referenzfehler, Rauschen und falsche Beschaltung verschwinden durch mehr Bits nicht.
Das Prinzip
Ein n-Bit-ADC besitzt 2ⁿ Codes. Die Referenzspannung legt den betrachteten Spannungsbereich fest. Ein Spannungsteiler kann ein größeres Signal anpassen, muss aber zum ADC-Eingang passen. Viele ADCs laden intern einen kleinen Abtastkondensator, der eine zu hochohmige Quelle belasten kann.
Selbst ausprobieren
Mikrocontroller & analoge Signale
Vergleiche 4 und 12 Bit. Bei wenigen Bits sind die Stufen deutlich sichtbar. Erhöhe den Eingang über die Referenzspannung: Der Code bleibt am oberen Anschlag.
Modellgrenzen: Idealer unipolarer ADC mit Abschneiden nach unten und Sättigung. Keine Zeitabtastung, kein Rauschen und keine Pin-Schutzschaltung.
Ein konkretes Beispiel
8 Bit bei 3,3 V ergeben ideal eine Schrittweite von rund 12,9 mV. Bei 12 Bit sind es etwa 0,806 mV. Das ist Auflösung, keine zugesicherte Messgenauigkeit.
Genauer verstehen · Formeln und Annahmen
Die hier gewählte Quantisierung schneidet nach unten ab; reale ADC-Übergangsdefinitionen können abweichen. Dynamische Signale erfordern außerdem passende Abtastrate und ein analoges Anti-Aliasing-Filter. Die Bedingung fs > 2·fmax setzt ein bandbegrenztes Eingangssignal voraus und ersetzt keine Filterauslegung.
Ein häufiger Denkfehler. Ein gesättigter Code schützt den realen Eingang nicht vor Überspannung. Referenzbereich und absolute Pin-Grenzwerte sind verschiedene Angaben.
Werkstattfazit
Bevor Softwarewerte kalibriert werden: Versorgung, Referenz, Masseführung und Eingangssignal prüfen. Ein wackliges Analogsignal wird durch mehr Nachkommastellen nicht besser.
Quellen & Nachvollziehbarkeit
Eigene Illustrationen und Lehrrechnungen. Keine Messdaten eines konkreten Produkts. Redaktioneller Stand: 11.10.2026.
Selbst rechnen · Lösungen aufklappen
Notiere zuerst deine Vermutung, danach deine Rechnung. Öffne die Lösung erst zum Vergleichen.
09 · NPN-Schalter: Last 100 Ω an 5 V, VCE,sat = 0,2 V. Berechne den Laststrom.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Lastspannung: 4,8 V.
- Durch 100 Ω teilen.
- IC = 48 mA.
10 · Für Aufgabe 9 wähle erzwungene Stromverstärkung 10. Wie viel Basisstrom ist anzusetzen?
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- Laststrom durch erzwungene Verstärkung teilen.
- IB = 48/10 = 4,8 mA.
- Treiber muss diesen Strom liefern können.
11 · 3,3-V-Ansteuerung, angenommene VBE = 0,8 V und IB = 4,8 mA. Berechne RB.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- An RB liegen 2,5 V.
- R = 2,5/0,0048.
- RB = 521 Ω; realen Treiber und Datenblatt prüfen.
12 · Berechne die Kollektor-Emitter-Verlustleistung des eingeschalteten Schalters aus Aufgabe 9.
Lösung mit Rechenweg anzeigen
- P = VCE,sat · IC.
- 0,2 V · 0,048 A.
- P = 9,6 mW, ohne Basis- und Schaltverluste.