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Wissen / Versorgung, Steuerung & Messung
LNGR · Lernwerkstatt

Mikrocontroller & analoge Signale

Ein Mikrocontroller sieht eine analoge Spannung nicht stufenlos. Sein ADC ordnet sie einer endlichen Zahl von Codes zu.

Bauformbeispiel · keine verbindliche Pinbelegung

Ohne Vorwissen startenModellgrenzen verstehenDE / EN
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Das Bild im Kopf

Ein Lineal mit groben Strichen kann kleine Unterschiede nicht auflösen. Mehr ADC-Bits sind wie feinere Teilstriche. Ein schiefes Lineal bleibt aber trotz vieler Striche ungenau: Referenzfehler, Rauschen und falsche Beschaltung verschwinden durch mehr Bits nicht.

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Das Prinzip

Ein n-Bit-ADC besitzt 2ⁿ Codes. Die Referenzspannung legt den betrachteten Spannungsbereich fest. Ein Spannungsteiler kann ein größeres Signal anpassen, muss aber zum ADC-Eingang passen. Viele ADCs laden intern einen kleinen Abtastkondensator, der eine zu hochohmige Quelle belasten kann.

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Selbst ausprobieren

Interaktives Experiment

Mikrocontroller & analoge Signale

Vergleiche 4 und 12 Bit. Bei wenigen Bits sind die Stufen deutlich sichtbar. Erhöhe den Eingang über die Referenzspannung: Der Code bleibt am oberen Anschlag.

Modellgrenzen: Idealer unipolarer ADC mit Abschneiden nach unten und Sättigung. Keine Zeitabtastung, kein Rauschen und keine Pin-Schutzschaltung.

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Ein konkretes Beispiel

8 Bit bei 3,3 V ergeben ideal eine Schrittweite von rund 12,9 mV. Bei 12 Bit sind es etwa 0,806 mV. Das ist Auflösung, keine zugesicherte Messgenauigkeit.

Genauer verstehen · Formeln und Annahmen
Formelblatt
N=2^n
\mathrm{LSB}=\frac{V_{\mathrm{ref}}}{N}
\mathrm{Code}=\min\left(N-1,\max\left(0,\left\lfloor\frac{U_{\mathrm{in}}}{\mathrm{LSB}}\right\rfloor\right)\right)

Die hier gewählte Quantisierung schneidet nach unten ab; reale ADC-Übergangsdefinitionen können abweichen. Dynamische Signale erfordern außerdem passende Abtastrate und ein analoges Anti-Aliasing-Filter. Die Bedingung fs > 2·fmax setzt ein bandbegrenztes Eingangssignal voraus und ersetzt keine Filterauslegung.

Ein häufiger Denkfehler. Ein gesättigter Code schützt den realen Eingang nicht vor Überspannung. Referenzbereich und absolute Pin-Grenzwerte sind verschiedene Angaben.

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Werkstattfazit

Bevor Softwarewerte kalibriert werden: Versorgung, Referenz, Masseführung und Eingangssignal prüfen. Ein wackliges Analogsignal wird durch mehr Nachkommastellen nicht besser.

Quellen & Nachvollziehbarkeit

Eigene Illustrationen und Lehrrechnungen. Keine Messdaten eines konkreten Produkts. Redaktioneller Stand: 11.10.2026.

Selbst rechnen · Lösungen aufklappen

Notiere zuerst deine Vermutung, danach deine Rechnung. Öffne die Lösung erst zum Vergleichen.

09 · NPN-Schalter: Last 100 Ω an 5 V, VCE,sat = 0,2 V. Berechne den Laststrom.

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. Lastspannung: 4,8 V.
  2. Durch 100 Ω teilen.
  3. IC = 48 mA.
Rechenweg
I_C=\frac{5-0{,}2}{100}=48\,mA

10 · Für Aufgabe 9 wähle erzwungene Stromverstärkung 10. Wie viel Basisstrom ist anzusetzen?

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. Laststrom durch erzwungene Verstärkung teilen.
  2. IB = 48/10 = 4,8 mA.
  3. Treiber muss diesen Strom liefern können.
Rechenweg
I_B=\frac{48\,mA}{10}=4{,}8\,mA

11 · 3,3-V-Ansteuerung, angenommene VBE = 0,8 V und IB = 4,8 mA. Berechne RB.

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. An RB liegen 2,5 V.
  2. R = 2,5/0,0048.
  3. RB = 521 Ω; realen Treiber und Datenblatt prüfen.
Rechenweg
R_B=\frac{3{,}3-0{,}8}{0{,}0048}\approx521\,\Omega

12 · Berechne die Kollektor-Emitter-Verlustleistung des eingeschalteten Schalters aus Aufgabe 9.

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. P = VCE,sat · IC.
  2. 0,2 V · 0,048 A.
  3. P = 9,6 mW, ohne Basis- und Schaltverluste.
Rechenweg
P_{CE}=0{,}2\cdot0{,}048=9{,}6\,mW

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