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LNGR SPKRHIFI. ZWEI WEGE. HANDARBEIT.
Wissen / Vom Bauteil zur Weiche
LNGR · Lernwerkstatt

Das Zobelglied

Ein RC-Glied kann den induktiven Impedanzanstieg eines einfachen Lautsprechermodells ausgleichen. Das ist keine automatische Klangverbesserung.

R + CZload ∥ ZRC

Funktionsbild · Gleichung und Schaltung im Text

Ohne Vorwissen startenModellgrenzen verstehenDE / EN
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Das Bild im Kopf

Die Schwingspule wird mit steigender Frequenz elektrisch schwerer anzutreiben. Ein parallel geschalteter RC-Zweig bietet dafür zunehmend einen zusätzlichen Stromweg. Die Quelle sieht dadurch im passenden Idealmodell eine gleichmäßigere Gesamtlast.

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Das Prinzip

Das Zobelglied besteht aus einem Widerstand und einem Kondensator in Reihe. Dieser gesamte Zweig liegt parallel zum Chassis. Der Kondensator liegt also nicht einfach kurzschlussartig über dem Verstärker. Der Widerstand gehört zwingend zur betrachteten Funktion.

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Selbst ausprobieren

Interaktives Experiment

Das Zobelglied

Erhöhe Le bei gleichem Re. Der unkorrigierte Impedanzanstieg wird stärker; die vorgeschlagene Kapazität steigt. Die korrigierte Kurve bleibt nur deshalb exakt flach, weil Modell und Netzwerk exakt zusammenpassen.

Modellgrenzen: Treiber nur als Re plus Le, ohne mechanische Resonanz. Exakt abgestimmter idealer RC-Zweig.

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Ein konkretes Beispiel

Für Re = 6 Ω und Le = 0,5 mH ergibt die einfache Näherung Rz = 6 Ω und Cz ≈ 13,9 µF. Das ist ein Startwert für das idealisierte elektrische Modell, kein ungeprüfter Bauvorschlag.

Genauer verstehen · Formeln und Annahmen
Formelblatt
Z_L=R_e+j\omega L_e
R_z=R_e
C_z=\frac{L_e}{R_e^2}
Z_{\mathrm{total}}=Z_L\parallel\left(R_z+\frac{1}{j\omega C_z}\right)

Durch Einsetzen wird für das ideale Re-Le-Modell Zgesamt = Re. Reale Schwingspulen haben häufig frequenzabhängige induktive Verluste; die mechanische Resonanz ist ebenfalls nicht Teil dieses Modells. Ein Zobel korrigiert deshalb nicht pauschal sämtliche Impedanzspitzen und linearisiert keinen akustischen Frequenzgang.

Ein häufiger Denkfehler. Der Zobelwiderstand kann Leistung umsetzen. Ein niedrigerer Gesamtimpedanzbetrag kann den Verstärker zusätzlich belasten.

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Werkstattfazit

Einbauen, wenn die Weichenentwicklung es begründet. Nicht allein deshalb, weil eine Weiche mit mehr Bauteilen professioneller aussieht.

Quellen & Nachvollziehbarkeit

Eigene Illustrationen und Lehrrechnungen. Keine Messdaten eines konkreten Produkts. Redaktioneller Stand: 11.10.2026.

Selbst rechnen · Lösungen aufklappen

Notiere zuerst deine Vermutung, danach deine Rechnung. Öffne die Lösung erst zum Vergleichen.

06 · Eine ideale Spule liegt in Reihe mit einem rein ohmschen 8-Ω-Ersatztreiber. Ziel: elektrischer Tiefpass erster Ordnung bei 2 kHz. Berechne L.

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. Bei fg gilt XL = R.
  2. L = R/(2πfg).
  3. L = 0,637 mH.
Rechenweg
L=\frac{8}{2\pi\cdot2000}=0{,}637\,mH

09 · Ein Lautsprecher hat 8 Ω Nennimpedanz. Warum ist die Rechnung aus Aufgabe 6 noch keine fertige reale Weiche?

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  1. Impedanz ist frequenzabhängig und komplex.
  2. Der akustische Chassisfrequenzgang wirkt zusätzlich.
  3. Gemessene Amplitude, Phase und Einbaugeometrie müssen einbezogen werden.

13 · Idealisiertes Chassis: Re = 6 Ω, Le = 0,6 mH. Berechne Zobel-R und -C für das Re-plus-Le-Modell.

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  1. Rz = Re = 6 Ω.
  2. Cz = Le/Re².
  3. Cz = 16,67 µF. Das Modell enthält keine mechanische Resonanz.
Rechenweg
C_Z=\frac{L_e}{R_e^2}=16{,}67\,\mu F

14 · Welche Aussage stimmt: Ein Zobel macht automatisch den Schalldruck linear, oder er kompensiert zunächst einen Impedanzanstieg?

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  1. Zunächst Impedanzkompensation.
  2. Dadurch kann die vorgeschaltete Weiche berechenbarer arbeiten.
  3. Akustische Glättung ist damit nicht automatisch erreicht.

20 · Plane eine faire Vorher-Nachher-Prüfung einer Weichenkorrektur. Nenne vier Bedingungen.

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. Gleiche Messposition und gleiche Anregung.
  2. Einzelzweige und Summe messen, Zeitbezug erhalten.
  3. Impedanz sowie mehrere Hörwinkel prüfen; gleiche Glättung verwenden.

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