Zum Inhalt
LNGR SPKRHIFI. ZWEI WEGE. HANDARBEIT.
Wissen / Vom Bauteil zur Weiche
LNGR · Lernwerkstatt

Pegel anpassen mit einem L-Pad

Ein empfindlicher Hochtöner muss nicht lauter bleiben als der Tieftöner. Zwei Widerstände können seinen Pegel gezielt absenken.

Rs + RpUout < Uin

Funktionsbild · Gleichung und Schaltung im Text

Ohne Vorwissen startenModellgrenzen verstehenDE / EN
01

Das Bild im Kopf

Ein Teil der elektrischen Energie wird in Wärme umgewandelt, bevor er als Schall nutzbar wird. Das L-Pad verteilt diese Aufgabe auf einen Serien- und einen Parallelwiderstand. So kann die Eingangslast im Idealmodell konstant bleiben, während am Treiber weniger Spannung ankommt.

02

Das Prinzip

Der Serienwiderstand liegt im Signalweg. Der Parallelwiderstand liegt direkt über der Last. Die hier verwendete Auslegung setzt eine rein ohmsche Last voraus und hält den Eingangswiderstand auf deren Nennwert. Ein alleiniger Serienwiderstand verhält sich anders.

03

Selbst ausprobieren

Interaktives Experiment

Pegel anpassen mit einem L-Pad

Vergleiche 3 dB, 6 dB und 12 dB Absenkung. Beobachte die Widerstandswerte und wie viel der Eingangsleistung in den beiden Widerständen zusammen landet.

Modellgrenzen: Ideales L-Pad an ohmscher Last. Keine frequenzabhängige Treiberimpedanz oder Erwärmung.

04

Ein konkretes Beispiel

Bei 6 dB an 8 Ω ergeben sich ungefähr 3,99 Ω in Reihe und 8,04 Ω parallel. Der Lastspannungsfaktor ist rund 0,501. Damit erreicht nur etwa ein Viertel der Eingangsleistung die ohmsche Last.

Genauer verstehen · Formeln und Annahmen
Formelblatt
k=10^{-\frac{A_{\mathrm{dB}}}{20}}
R_s=R(1-k)
R_p=\frac{Rk}{1-k}
\frac{P_{\mathrm{load}}}{P_{\mathrm{in}}}=k^2

Für diese Auslegung gilt PRs/Pin = 1−k und PRp/Pin = k(1−k). Damit kannst du die thermische Last getrennt betrachten. Bei frequenzabhängiger Treiberimpedanz ist die Dämpfung nicht exakt konstant. Die Position des L-Pads relativ zum Filter verändert außerdem dessen Lastbedingungen.

Ein häufiger Denkfehler. Die im Diagramm gezeigte Leistung ist eine elektrische Modellleistung. Sie ist kein direktes Musikleistungs-Rating für einen konkreten Widerstand.

05

Werkstattfazit

Pegel anpassen, dann die ganze Weiche erneut messen. Ein korrekt berechnetes L-Pad ist noch keine Garantie für den richtigen akustischen Übergang.

Quellen & Nachvollziehbarkeit

Eigene Illustrationen und Lehrrechnungen. Keine Messdaten eines konkreten Produkts. Redaktioneller Stand: 11.10.2026.

Selbst rechnen · Lösungen aufklappen

Notiere zuerst deine Vermutung, danach deine Rechnung. Öffne die Lösung erst zum Vergleichen.

10 · Ein Zweig soll im Spannungsbetrag um 6 dB abgesenkt werden. Berechne den Faktor.

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. dB auf Spannungsverhältnis zurückrechnen.
  2. k = 10^(-6/20).
  3. k = 0,5012.
Rechenweg
k=10^{-6/20}=0{,}5012

11 · Konstantimpedanz-L-Pad: Last 8 Ω, k = 0,5. Berechne Serien- und Parallelwiderstand. Parallelwiderstand liegt an der Last.

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. Rs = R(1-k) = 4 Ω.
  2. Rp = Rk/(1-k) = 8 Ω.
  3. 8 Ω parallel 8 Ω = 4 Ω, plus 4 Ω = 8 Ω.
Rechenweg
R_s=R(1-k);\quad R_p=\frac{Rk}{1-k}

12 · Der L-Pad aus Aufgabe 11 liegt an 8 V. Berechne Lastleistung und Leistung beider Widerstände.

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. Gesamtstrom = 8/8 = 1 A.
  2. Serienwiderstand: 4 W; Ausgang: 4 V.
  3. Last und Parallelwiderstand erhalten jeweils 2 W.
Rechenweg
P_s=4\,W;\quad P_p=P_L=\frac{4^2}{8}=2\,W

17 · Ein gemessener Buckel liegt bei 2 kHz um 4 dB über dem Ziel. Welchen Spannungsfaktor braucht eine ideale lokale Korrektur?

Lösung mit Rechenweg anzeigen
  1. Korrektur beträgt -4 dB.
  2. Faktor = 10^(-4/20).
  3. Faktor = 0,6310; Bandbreite und Phase müssen ebenfalls passen.
Rechenweg
k=10^{-4/20}=0{,}6310

Alle neuen Lernmodule →