Zum Inhalt
LNGR SPKRHIFI. ZWEI WEGE. HANDARBEIT.
LNGR · Übungswerkstatt

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt.

Zehn einfache Schaltungen, fünfzig kleine Aufgaben. Beginne mit einem Stromkreis und arbeite dich bis zum Filter vor. Jede Lösung bleibt geschlossen, bis du sie brauchst.

So liest du die Zeichnungen

Linien sind Leitungen. Schwarze Punkte verbinden Leitungen elektrisch. R bezeichnet Widerstände, C Kondensatoren, L Spulen und D Dioden. A, B und M sind Messpunkte, keine zusätzlichen Bauteile. B ist unser Bezugspunkt 0 V – nicht automatisch Schutzleiter oder Erde.

UAB bedeutet: Spannung an A gegenüber B. Ein Voltmeter liegt parallel: rote Messleitung an A, schwarze an B. Ein Amperemeter muss dagegen in den aufgetrennten Stromweg eingeschleift werden; es gehört nicht direkt zwischen die Pole einer Quelle.

Die Aufgaben sind zunächst Papier- und Modellübungen mit idealen Bauteilen. Für einen realen Aufbau nur eine strombegrenzte Kleinspannungsquelle verwenden und Bauteilwerte, Polung sowie Belastbarkeit prüfen. Die Sinusquelle ist ein Kleinsignal, keine Netzspannung.

  1. Ein geschlossener Stromkreis
  2. Zwei Widerstände in Reihe
  3. Zwei parallele Stromwege
  4. Spannung teilen – und belasten
  5. Eine LED mit Vorwiderstand
  6. Die Diode als Stromventil
  7. Ein Kondensator lädt sich auf
  8. Eine Spule lässt Strom anlaufen
  9. RC-Tiefpass: am Kondensator messen
  10. RC-Hochpass: am Widerstand messen
Schaltung 01 · 5 kleine Schritte

Ein geschlossener Stromkreis

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRDie ideale Gleichspannungsquelle hält A gegenüber B auf +5 V. Leitungen sind ideal. Ein Widerstand schließt den Kreis. Die technische Stromrichtung verläuft außen von A durch R1 nach B.+−5 VAB · 0 VR1 = 1 kΩ
Die ideale Gleichspannungsquelle hält A gegenüber B auf +5 V. Leitungen sind ideal. Ein Widerstand schließt den Kreis. Die technische Stromrichtung verläuft außen von A durch R1 nach B.
  1. Verfolge den Stromweg. Wo fließt der Strom zurück?

    Hinweis

    Eine Quelle braucht einen geschlossenen äußeren Stromkreis.

    Lösung und Rechenweg

    Von A durch R1 nach B und zur Quelle. Strom wird im Widerstand nicht verbraucht; dort wird elektrische Energie in Wärme umgewandelt.

  2. Welche Spannung misst du zwischen A und B?

    Hinweis

    Die Messleitungen liegen parallel zum Widerstand.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    U_{AB}=+5\,\mathrm{V}
    U_{BA}=-5\,\mathrm{V}

    Die Polung der Messleitungen bestimmt das Vorzeichen.

  3. Rechne 1 kΩ in Ω um und bestimme I.

    Hinweis

    I = U/R; 1 kΩ = 1000 Ω.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    R=1\,\mathrm{k\Omega}=1000\,\Omega
    I=\frac{U}{R}
    I=\frac{5\,\mathrm{V}}{1000\,\Omega}
    {I=0{,}005\,\mathrm{A}=5\,\mathrm{mA}}
  4. Wie viel Leistung setzt R1 um?

    Hinweis

    P = U · I. Setze den Strom in Ampere ein.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    P=U\cdot I
    P=5\,\mathrm{V}\cdot0{,}005\,\mathrm{A}
    {P=0{,}025\,\mathrm{W}=25\,\mathrm{mW}}
  5. Verdopple R1 gedanklich auf 2 kΩ. Was passiert? Prüfe im Modell.

    Hinweis

    Die Quelle hält U konstant.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I=\frac{5\,\mathrm{V}}{2000\,\Omega}=2{,}5\,\mathrm{mA}
    P=5\,\mathrm{V}\cdot0{,}0025\,\mathrm{A}
    {P=12{,}5\,\mathrm{mW}}

    Bei gleicher Spannung halbiert der doppelte Widerstand Strom und Leistung.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 02 · 5 kleine Schritte

Zwei Widerstände in Reihe

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRR1 und R2 liegen hintereinander. M ist der Verbindungspunkt. Es gibt keine weitere Last an M. B ist der Bezugspunkt 0 V.+−9 VAB · 0 VR1 = 1 kΩR2 = 2 kΩM
R1 und R2 liegen hintereinander. M ist der Verbindungspunkt. Es gibt keine weitere Last an M. B ist der Bezugspunkt 0 V.
  1. Gibt es zwischen A und B einen oder zwei Stromwege?

    Hinweis

    Suche eine Verzweigung.

    Lösung und Rechenweg

    Es gibt genau einen Weg. Durch beide Widerstände fließt derselbe Strom.

  2. Berechne den Gesamtwiderstand.

    Hinweis

    In Reihe werden Widerstände addiert.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    R_{\mathrm{total}}=R_1+R_2
    R_{\mathrm{total}}=1000\,\Omega+2000\,\Omega
    {R_{\mathrm{total}}=3000\,\Omega=3\,\mathrm{k\Omega}}
  3. Bestimme den Strom durch R1 und R2.

    Hinweis

    Verwende die gesamte Quellenspannung und Rges.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I=\frac{U}{R_{\mathrm{total}}}
    I=\frac{9\,\mathrm{V}}{3000\,\Omega}
    {I_1=I_2=3\,\mathrm{mA}}
  4. Wie groß sind UAM und UMB?

    Hinweis

    Für jeden Widerstand gilt U = R · I.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    U_{AM}=R_1\cdot I
    U_{AM}=1000\,\Omega\cdot0{,}003\,\mathrm{A}=3\,\mathrm{V}
    U_{MB}=2000\,\Omega\cdot0{,}003\,\mathrm{A}=6\,\mathrm{V}
    {U_{AM}+U_{MB}=3\,\mathrm{V}+6\,\mathrm{V}=9\,\mathrm{V}}
  5. Welche Spannung zeigt Rot an M, Schwarz an B? Was ändert ein Tausch von R1 und R2?

    Hinweis

    Du misst nur über dem unteren Widerstand.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    U_{MB}=6\,\mathrm{V}
    R_1\leftrightarrow R_2
    U_{MB}=1000\,\Omega\cdot0{,}003\,\mathrm{A}
    {U_{MB}=3\,\mathrm{V}}

    Nach dem Tausch liegt der kleinere Widerstand unten. Der Gesamtstrom bleibt gleich.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 03 · 5 kleine Schritte

Zwei parallele Stromwege

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRBeide Widerstände liegen zwischen denselben Knoten A und B. An den schwarzen Punkten sind Leitungen verbunden. Die Quelle hält 6 V.+−6 VAB · 0 VR2 = 2 kΩR1 = 1 kΩ
Beide Widerstände liegen zwischen denselben Knoten A und B. An den schwarzen Punkten sind Leitungen verbunden. Die Quelle hält 6 V.
  1. Welche Spannung liegt an jedem Widerstand?

    Hinweis

    Beide Enden liegen jeweils an denselben Knoten.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    {U_{R1}=U_{R2}=U_{AB}=6\,\mathrm{V}}

    Die Spannung teilt sich hier nicht auf.

  2. Berechne den Strom im ersten Zweig.

    Hinweis

    I1 = U/R1.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I_1=\frac{U}{R_1}
    I_1=\frac{6\,\mathrm{V}}{1000\,\Omega}
    {I_1=0{,}006\,\mathrm{A}=6\,\mathrm{mA}}
  3. Berechne den Strom im zweiten Zweig.

    Hinweis

    I2 = U/R2.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I_2=\frac{U}{R_2}
    I_2=\frac{6\,\mathrm{V}}{2000\,\Omega}
    {I_2=0{,}003\,\mathrm{A}=3\,\mathrm{mA}}
  4. Wie viel Strom muss die Quelle liefern?

    Hinweis

    Am Knoten addieren sich die Zweigströme.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I_{\mathrm{total}}=I_1+I_2
    I_{\mathrm{total}}=6\,\mathrm{mA}+3\,\mathrm{mA}=9\,\mathrm{mA}
    R_{\mathrm{total}}=\frac{U}{I_{\mathrm{total}}}
    {R_{\mathrm{total}}=\frac{6\,\mathrm{V}}{0{,}009\,\mathrm{A}}\approx667\,\Omega}
  5. R2 wird abgeklemmt. Steigt der Strom durch R1?

    Hinweis

    Die ideale Quelle hält weiterhin 6 V.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I_2=0
    I_1=\frac{6\,\mathrm{V}}{1000\,\Omega}=6\,\mathrm{mA}
    {I_{\mathrm{total}}=6\,\mathrm{mA}}

    Im ersten Zweig bleibt der Strom gleich. Nur der Gesamtstrom sinkt.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 04 · 5 kleine Schritte

Spannung teilen – und belasten

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRDie beiden Widerstände bilden ein 10-kΩ-Potentiometer in Mittelstellung nach. M ist der Schleifer. Zunächst bleibt der Ausgang M–B unbelastet.+−5 VAB · 0 VR1 = 5 kΩR2 = 5 kΩR_L10 kΩM
Die beiden Widerstände bilden ein 10-kΩ-Potentiometer in Mittelstellung nach. M ist der Schleifer. Zunächst bleibt der Ausgang M–B unbelastet.
  1. Wie groß ist der Widerstand zwischen A und B?

    Hinweis

    Addiere R1 und R2.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    R_{\mathrm{total}}=R_1+R_2
    {R_{\mathrm{total}}=5\,\mathrm{k\Omega}+5\,\mathrm{k\Omega}=10\,\mathrm{k\Omega}}
  2. Welcher Strom fließt durch den unbelasteten Teiler?

    Hinweis

    I = 5 V / 10 000 Ω.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I=\frac{U}{R_{\mathrm{total}}}
    I=\frac{5\,\mathrm{V}}{10000\,\Omega}
    {I=0{,}0005\,\mathrm{A}=0{,}5\,\mathrm{mA}}
  3. Welche Ausgangsspannung liegt zwischen M und B?

    Hinweis

    UMB = I · R2.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    U_{MB}=I\cdot R_2
    U_{MB}=0{,}0005\,\mathrm{A}\cdot5000\,\Omega
    {U_{MB}=2{,}5\,\mathrm{V}}
  4. Jetzt wird RL = 10 kΩ zwischen M und B angeschlossen. Was ist R2 parallel RL?

    Hinweis

    Rparallel = R2 · RL / (R2 + RL).

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    R_{2\parallel L}=\frac{R_2R_L}{R_2+R_L}
    R_{2\parallel L}=\frac{5\,\mathrm{k\Omega}\cdot10\,\mathrm{k\Omega}}{5\,\mathrm{k\Omega}+10\,\mathrm{k\Omega}}
    {R_{2\parallel L}\approx3{,}333\,\mathrm{k\Omega}}

    Die gestrichelt gezeichnete Last liegt parallel zum unteren Widerstand.

  5. Berechne die belastete Ausgangsspannung und prüfe mit dem Poti-Modell.

    Hinweis

    Uout = 5 V · Runten / (R1 + Runten).

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    U_{\mathrm{out}}=U\cdot\frac{R_{2\parallel L}}{R_1+R_{2\parallel L}}
    U_{\mathrm{out}}\approx5\,\mathrm{V}\cdot\frac{3{,}333\,\mathrm{k\Omega}}{5\,\mathrm{k\Omega}+3{,}333\,\mathrm{k\Omega}}
    {U_{\mathrm{out}}=2\,\mathrm{V}}

    Die Last senkt die Ausgangsspannung. Prüfe im Modell: 10 kΩ, Mittelstellung, Last 10 kΩ.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 05 · 5 kleine Schritte

Eine LED mit Vorwiderstand

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRDie LED ist in Durchlassrichtung angeschlossen: Anode oben, Kathode unten. Wir rechnen vereinfacht mit konstant 2 V Flussspannung. Das ist kein universeller LED-Wert.+−5 VAB · 0 VR1 = 330 ΩLED: U_F = 2 VMA_DK
Die LED ist in Durchlassrichtung angeschlossen: Anode oben, Kathode unten. Wir rechnen vereinfacht mit konstant 2 V Flussspannung. Das ist kein universeller LED-Wert.
  1. Welches Bauteil begrenzt den Strom?

    Hinweis

    Die LED allein ist kein Strombegrenzer.

    Lösung und Rechenweg

    R1 begrenzt den Strom. Ohne ihn kann eine LED an einer Spannungsquelle überlastet werden.

  2. Welche Spannung fällt an R1 ab?

    Hinweis

    Quelle minus LED-Flussspannung.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    U_R=U-U_F
    {U_R=5\,\mathrm{V}-2\,\mathrm{V}=3\,\mathrm{V}}
  3. Wie groß ist der LED-Strom?

    Hinweis

    I = UR / R1.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I=\frac{U_R}{R_1}
    I=\frac{3\,\mathrm{V}}{330\,\Omega}
    {I\approx0{,}00909\,\mathrm{A}=9{,}09\,\mathrm{mA}}
  4. Welche Leistung wird im Widerstand umgesetzt?

    Hinweis

    PR = UR · I.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    P_R=U_R\cdot I
    P_R\approx3\,\mathrm{V}\cdot0{,}00909\,\mathrm{A}
    {P_R\approx0{,}0273\,\mathrm{W}=27{,}3\,\mathrm{mW}}
  5. Erhöhe R1 auf 680 Ω. Berechne und prüfe im LED-Modell.

    Hinweis

    Der Spannungsabfall bleibt im vereinfachten Modell 3 V.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I=\frac{U-U_F}{R_1}
    I=\frac{5\,\mathrm{V}-2\,\mathrm{V}}{680\,\Omega}
    {I\approx4{,}41\,\mathrm{mA}}

    Die LED wird meist dunkler. Helligkeit ist nicht exakt proportional zum Strom.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 06 · 5 kleine Schritte

Die Diode als Stromventil

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRAnode A_D oben, Kathode K unten. Für diese Handrechnung verwenden wir 0,7 V in Durchlassrichtung und null Sperrstrom. Die reale Kennlinie ist weicher; das interaktive Diodenmodell bildet das anders ab.+−5 VAB · 0 VR1 = 1 kΩD1: U_F = 0.7 VMA_DK
Anode A_D oben, Kathode K unten. Für diese Handrechnung verwenden wir 0,7 V in Durchlassrichtung und null Sperrstrom. Die reale Kennlinie ist weicher; das interaktive Diodenmodell bildet das anders ab.
  1. Ist D1 in Durchlass- oder Sperrrichtung angeschlossen?

    Hinweis

    Die Anode liegt über R1 am Pluspol.

    Lösung und Rechenweg

    Durchlassrichtung. Die Kathode ist die Seite mit dem Querstrich im Symbol.

  2. Bestimme die Spannung über R1.

    Hinweis

    Ziehe den angenommenen Diodenabfall von 5 V ab.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    U_R=U-U_F
    {U_R=5\,\mathrm{V}-0{,}7\,\mathrm{V}=4{,}3\,\mathrm{V}}
  3. Berechne den Strom.

    Hinweis

    I = UR/R1.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I=\frac{U_R}{R_1}
    I=\frac{4{,}3\,\mathrm{V}}{1000\,\Omega}
    {I=4{,}3\,\mathrm{mA}}
  4. Drehe nur D1 um. Was passiert im Modell?

    Hinweis

    In Sperrrichtung unterbricht die ideale Diode den Stromweg.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I=0
    U_R=R_1\cdot I=0\,\mathrm{V}
    {U_{AK}=-5\,\mathrm{V}}

    Das Minuszeichen bezieht sich auf Anode gegenüber Kathode. Reale Dioden haben Leckstrom und eine begrenzte Sperrspannung.

  5. Warum kann das Diagramm einen anderen Strom als 4,3 mA zeigen?

    Hinweis

    0,7 V ist eine Rechenannahme, keine feste Naturkonstante.

    Lösung und Rechenweg

    Das Diagramm verwendet eine exponentielle Kennlinie. UF hängt von Strom, Temperatur und Diodentyp ab. Vergleiche die Tendenz und nenne die Modellannahmen.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 07 · 5 kleine Schritte

Ein Kondensator lädt sich auf

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRVor dem Einschalten ist C1 ungeladen. Bei t = 0 springt die ideale Quelle von 0 auf 5 V. Die gezeichnete Schaltung bleibt dann geschlossen. C1 ist ideal; M–B ist seine Spannung.+−5 VAB · 0 VR1 = 1 kΩC1 = 1000 µFM
Vor dem Einschalten ist C1 ungeladen. Bei t = 0 springt die ideale Quelle von 0 auf 5 V. Die gezeichnete Schaltung bleibt dann geschlossen. C1 ist ideal; M–B ist seine Spannung.
  1. Welche Spannung hat C1 direkt nach dem Einschalten?

    Hinweis

    Eine Kondensatorspannung kann bei endlichem Strom nicht springen.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    {u_C(0^+)=0\,\mathrm{V}}

    Die Kondensatorspannung kann bei endlichem Strom nicht springen.

  2. Wie groß ist der anfängliche Strom?

    Hinweis

    Anfangs liegen die gesamten 5 V an R1.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    i(0^+)=\frac{U-u_C(0^+)}{R}
    i(0^+)=\frac{5\,\mathrm{V}-0\,\mathrm{V}}{1000\,\Omega}
    {i(0^+)=5\,\mathrm{mA}}
  3. Berechne die Zeitkonstante τ.

    Hinweis

    1000 µF = 0,001 F; τ = R · C.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    C=1000\,\mathrm{\mu F}=0{,}001\,\mathrm{F}
    \tau=R\cdot C
    \tau=1000\,\Omega\cdot0{,}001\,\mathrm{F}
    {\tau=1\,\mathrm{s}}
  4. Bestimme UC und I nach einer Zeitkonstante.

    Hinweis

    UC = U · (1 − e−t/τ); I = (U/R) · e−t/τ.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    u_C(t)=U\left(1-e^{-\frac{t}{\tau}}\right)
    u_C(1\,\mathrm{s})=5\,\mathrm{V}\left(1-e^{-\frac{1\,\mathrm{s}}{1\,\mathrm{s}}}\right)
    {u_C(1\,\mathrm{s})\approx3{,}16\,\mathrm{V}}
    i(1\,\mathrm{s})=\frac{5\,\mathrm{V}}{1000\,\Omega}\cdot e^{-1}
    {i(1\,\mathrm{s})\approx1{,}84\,\mathrm{mA}}

    Als Kontrolle: Widerstands- und Kondensatorspannung ergeben zusammen die Quellenspannung.

  5. Was passiert nach 5τ – und wenn R1 verdoppelt wird?

    Hinweis

    Nach 5τ sind etwa 99,3 % erreicht.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    u_C(5\tau)=5\,\mathrm{V}\left(1-e^{-5}\right)\approx4{,}966\,\mathrm{V}
    i(5\tau)=5\,\mathrm{mA}\cdot e^{-5}\approx0{,}0337\,\mathrm{mA}
    \tau_{\mathrm{new}}=2000\,\Omega\cdot0{,}001\,\mathrm{F}=2\,\mathrm{s}
    {i_{\mathrm{new}}(0^+)=\frac{5\,\mathrm{V}}{2000\,\Omega}=2{,}5\,\mathrm{mA}}

    Mit dem größeren Widerstand dauert das Laden länger. Die Endspannung bleibt gleich.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 08 · 5 kleine Schritte

Eine Spule lässt Strom anlaufen

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRBei t = 0 springt die Quelle von 0 auf 5 V. Anfangsstrom null. L1 ist eine ideale Spule ohne Wicklungswiderstand. R1 begrenzt den späteren Gleichstrom.+−5 VAB · 0 VR1 = 100 ΩL1 = 100 mHM
Bei t = 0 springt die Quelle von 0 auf 5 V. Anfangsstrom null. L1 ist eine ideale Spule ohne Wicklungswiderstand. R1 begrenzt den späteren Gleichstrom.
  1. Wie groß ist I direkt nach dem Einschalten?

    Hinweis

    Ein Spulenstrom kann bei endlicher Spannung nicht springen.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    {i_L(0^+)=0\,\mathrm{A}}
    u_R(0^+)=0\,\mathrm{V}
    u_L(0^+)=5\,\mathrm{V}

    Der Spulenstrom kann bei endlicher Spannung nicht springen.

  2. Welcher Strom stellt sich langfristig ein?

    Hinweis

    Die ideale Spule hat bei konstantem Gleichstrom keinen Spannungsabfall.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I_{\infty}=\frac{U}{R}
    I_{\infty}=\frac{5\,\mathrm{V}}{100\,\Omega}
    {I_{\infty}=0{,}05\,\mathrm{A}=50\,\mathrm{mA}}
  3. Berechne τ.

    Hinweis

    100 mH = 0,1 H; τ = L/R.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    L=100\,\mathrm{mH}=0{,}1\,\mathrm{H}
    \tau=\frac{L}{R}
    \tau=\frac{0{,}1\,\mathrm{H}}{100\,\Omega}
    {\tau=0{,}001\,\mathrm{s}=1\,\mathrm{ms}}
  4. Wie groß ist I bei t = τ?

    Hinweis

    I = I∞ · (1 − e−t/τ).

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    i(t)=I_{\infty}\left(1-e^{-\frac{t}{\tau}}\right)
    i(1\,\mathrm{ms})=50\,\mathrm{mA}\left(1-e^{-1}\right)
    {i(1\,\mathrm{ms})\approx31{,}6\,\mathrm{mA}}
    u_R\approx100\,\Omega\cdot0{,}0316\,\mathrm{A}=3{,}16\,\mathrm{V}
    u_L\approx5\,\mathrm{V}-3{,}16\,\mathrm{V}=1{,}84\,\mathrm{V}
  5. Verdopple L. Was ändert sich – und warum ist abruptes Unterbrechen anders?

    Hinweis

    τ hängt von L ab; I∞ nicht.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    \tau_{\mathrm{new}}=\frac{0{,}2\,\mathrm{H}}{100\,\Omega}=2\,\mathrm{ms}
    {I_{\infty}=\frac{5\,\mathrm{V}}{100\,\Omega}=50\,\mathrm{mA}}

    Die größere Spule verzögert den Stromanstieg. Beim abrupten Unterbrechen kann eine hohe Spannung entstehen; das Einschaltmodell bildet diesen Abschaltfall nicht ab.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 09 · 5 kleine Schritte

RC-Tiefpass: am Kondensator messen

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKREine ideale Sinusquelle speist R1 und C1. Eingang A–B, Ausgang M–B. Der Ausgang ist unbelastet. Wir vergleichen Spitzenwerte im eingeschwungenen Zustand, nicht den Einschaltvorgang.~1 V peakAB · 0 VR1 = 1 kΩC1 = 100 nFM
Eine ideale Sinusquelle speist R1 und C1. Eingang A–B, Ausgang M–B. Der Ausgang ist unbelastet. Wir vergleichen Spitzenwerte im eingeschwungenen Zustand, nicht den Einschaltvorgang.
  1. Über welchem Bauteil wird die Ausgangsspannung gemessen?

    Hinweis

    Folge M und B.

    Lösung und Rechenweg

    Über C1. Die Wahl des Messpunkts macht aus dieser Anordnung einen Tiefpass.

  2. Was erwartest du bei sehr kleiner Frequenz?

    Hinweis

    Der kapazitive Blindwiderstand steigt bei sinkender Frequenz.

    Lösung und Rechenweg

    Fast die gesamte Eingangsspannung liegt an C1: Uout nähert sich 1 V Spitze.

  3. Berechne die Grenzfrequenz.

    Hinweis

    100 nF = 0,0000001 F; fc = 1/(2πRC).

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    C=100\,\mathrm{nF}=10^{-7}\,\mathrm{F}
    f_c=\frac{1}{2\pi RC}
    f_c=\frac{1}{2\pi\cdot1000\,\Omega\cdot10^{-7}\,\mathrm{F}}
    {f_c\approx1592\,\mathrm{Hz}}
  4. Wie groß sind Ausgang und Phase bei fc?

    Hinweis

    Der Betrag beträgt 1/√2; der Tiefpass verzögert die Phase.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    |H(f_c)|=\frac{1}{\sqrt{2}}
    \hat U_{\mathrm{out}}=\frac{1\,\mathrm{V}}{\sqrt{2}}\approx0{,}707\,\mathrm{V}
    G=20\log_{10}\left(\frac{1}{\sqrt{2}}\right)\approx-3{,}01\,\mathrm{dB}
    {\varphi=-45^{\circ}}

    Die Spannung beträgt hier nicht die Hälfte des Eingangswerts.

  5. Verdopple C1. Wohin wandert fc? Prüfe im Filtermodell.

    Hinweis

    fc ist umgekehrt proportional zu C.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    C_{\mathrm{new}}=2C
    f_{c,\mathrm{new}}=\frac{1}{2\pi R\cdot2C}=\frac{f_c}{2}
    {f_{c,\mathrm{new}}\approx796\,\mathrm{Hz}}

    Diese Rechnung gilt ohne zusätzliche Last am Ausgang.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →

Schaltung 10 · 5 kleine Schritte

RC-Hochpass: am Widerstand messen

Schaltungen lesen. Schritt für Schritt. | LNGR SPKRC1 liegt nun im Signalweg; R1 verbindet M mit B. Eingang A–B, Ausgang M–B. Ideale Quelle, keine zusätzliche Last. Bauteilwerte und Grenzfrequenz sind wie beim Tiefpass.~1 V peakAB · 0 VC1 = 100 nFR1 = 1 kΩM
C1 liegt nun im Signalweg; R1 verbindet M mit B. Eingang A–B, Ausgang M–B. Ideale Quelle, keine zusätzliche Last. Bauteilwerte und Grenzfrequenz sind wie beim Tiefpass.
  1. Über welchem Bauteil liegt der Ausgang?

    Hinweis

    Folge den Punkten M und B.

    Lösung und Rechenweg

    Über R1. Gegenüber dem Tiefpass wurden R und C vertauscht.

  2. Was bleibt bei dauerhaft konstanter Eingangsspannung am Ausgang?

    Hinweis

    Nach dem Umladen fließt durch den idealen Kondensator kein Gleichstrom.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    I_{\mathrm{DC}}=0
    {U_{\mathrm{out,DC}}=R\cdot I_{\mathrm{DC}}=0\,\mathrm{V}}

    Das gilt nach dem Einschwingen. Beim Einschalten kann kurzzeitig eine Ausgangsspannung entstehen.

  3. Berechne fc.

    Hinweis

    fc = 1/(2πRC), unabhängig davon, welches Bauteil unten liegt.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    f_c=\frac{1}{2\pi RC}
    f_c=\frac{1}{2\pi\cdot1000\,\Omega\cdot10^{-7}\,\mathrm{F}}
    {f_c\approx1592\,\mathrm{Hz}}

    Gleiche Grenzfrequenz bedeutet nicht gleicher Frequenzgang.

  4. Bestimme Betrag und Phase bei fc.

    Hinweis

    Betrag 1/√2; beim Hochpass eilt der Ausgang voraus.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    \hat U_{\mathrm{out}}=\frac{1\,\mathrm{V}}{\sqrt{2}}\approx0{,}707\,\mathrm{V}
    G\approx-3{,}01\,\mathrm{dB}
    {\varphi=+45^{\circ}}
  5. Vergleiche Hoch- und Tiefpass bei 10 · fc.

    Hinweis

    Hochpass: x/√(1+x²); Tiefpass: 1/√(1+x²), x=f/fc.

    Lösung und Rechenweg
    Rechenblatt
    x=\frac{f}{f_c}=10
    |H_{\mathrm{HP}}|=\frac{x}{\sqrt{1+x^2}}=\frac{10}{\sqrt{101}}
    {\hat U_{\mathrm{HP}}\approx0{,}995\,\mathrm{V}}
    |H_{\mathrm{LP}}|=\frac{1}{\sqrt{1+x^2}}=\frac{1}{\sqrt{101}}
    {\hat U_{\mathrm{LP}}\approx0{,}0995\,\mathrm{V}}

    Vergleiche beide Kurven im Modell bei etwa 15,9 kHz.

Erst selbst überlegen, dann die Lösung öffnen. Notiere bei Rechnungen immer Formel, eingesetzte Werte und Einheit.

Zum zugehörigen Artikel und interaktiven Modell →